| Einführung in die Tibetische
Medizin
( Sowa
Rigpa )
Der Buddhismus bildet die Grundlage für die Tibetische
Medizin und erklärt alle ihre Aspekte. Die medischen Texte
sind direkt zurückzuführen auf die Lehren Buddha’s.
Buddha lehrt das der Geist die Grundlage für die Existenz aller
Phänomene bildet. Den Geist zu entwickeln, ihn zu kennen und
zu beherrschen, ist die Voraussetzung alles Leiden zu überwinden,
denn es ist unsere fundamentale Unwissenheit, die uns gefangen hält
im ewigen Rad von Tod und Widergeburt. Aus dieser Unwissenheit entstehen
die drei Aspekte des Geistes: Begierde, Haß und Gleichgültigkeit.
Eng damit verbunden sind die Basisenergien: Wind,
Galle und Schleim. Alle lebenden Wesen und alles was wächst
setzen sich aus den fünf kosmischen Elementen Wasser, Erde,
Feuer, Luft und Äther zusammen und in der Gestalt des Körpers
manifestieren sich die drei Basisenergien Wind, Galle und Schleim.
Die Philosophie der Tibetischen Medizin beruht auf dem Begriff der
Harmonie. Krankheit ensteht dann, wenn die drei Basisenenergien
im Ungleichgewicht miteinander sind.
Die Windenergie umfaßt alles
was sich in unserem Körper bewegt: die Sinnesorgane, die Atmung,
die Verdauung, die Motorik und den Kreislauf, sowie die geistigen
Aktivitäten. Auch Spannungen und Sorgen gehören dazu.
Die Gallenenergie versorgt den Wärmehaushalt
im Körper, die Leberfunktion und den Kreislauf.
Die Schleimenergie reguliert die kühlen
Energien im Körper, den Flüssigkeits- und Hormonhaushalt
und das Lymphsystem.
Die drei Basisenergien entspringen den Emotionen und tiefersitzenden
Gemütszuständen, die widerum konditioniert werden durch
unsere ursprüngliche Unwissenheit. Wir bewegen uns im ewigen
Kreislauf von Tod und Widergeburt, ohne die Ursachen dafür
zu verstehen. Die Tibetische Medizin geht von der Einheit von Körper
und Geist aus. Wenn das Gleichgewicht der Basisenergien verstört
wird durch Emotionen, Wechsel der Jahreszeiten, Ernährungs-
und Verhaltensweisen, kann das zu Krankheiten aller Art führen. |